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Kunst, Kultur

Vernissage: Birgit Meurer - „Ich sehe was, was du nicht siehst“

Ort 21684 Stade-Ottenbeck, Gründungs- und Innovationszentrum Stade
Adresse Theodor-Haubach-Weg 2
Termine 19.06.2026,
ab 17:00 Uhr
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Vernissage „Ich sehe was, was du nicht siehst“ oder das Paradox der sprechenden Bilder von Birgit Meurer

Am Freitag, 19. Juni, um 17 Uhr wird die neue Ausstellung im Gründungs- und Innovationszentrum, Theodor-Haubach-Weg 2, 21684 Stade, eröffnet.

Für Getränke ist gesorgt. Der Eintritt ist frei.

Die gezeigten Gemälde stammen von der Künstlerin Birgit Meurer und die Ausstellung trägt den Titel: „Ich sehe was, was du nicht siehst oder das Paradox der sprechenden Bilder".

Wo und wie setzen wir uns konkret ins Bild, wechseln Perspektive, Blickpunkt, um die Welt über das rein Epistemologische hinaus zu verstehen. In künstlerischen Gestaltungsräumen kann dies geschehen, kann von der Fessel der Vorurteile gelassen, über konkretes Nachfühlen die Grenze zwischen Subjekt und Objekt aufgeweicht werden. Dann sehen, sprechen Bilder uns an, gehen über Bildfiguren, Form, Farbe und Struktur einen Dialog mit uns ein. Das ästhetische Spiel kann dabei in konkreter wie auch abstrakter Form Wesenhaftes hervorbringen, Darstellungsmodus, Wirklichkeitskonzeption, Linie, Form, Farbe, Methoden wie Konstruktion und Dekonstruktion sowie das Gestaltungsprinzip der Metamorphose können dazu dienen.

In Ölgemälden, Drucken, Aquarellen, Grafiken und Plastiken tariert Birgit Meurer die Zwischenräume ästhetischer Empfindsamkeit und Rationalität aus. „So können Anschauungsformen a posteriori in Bilder gegossen werden, die Bild- und Blickachsen gestalteter Wirklichkeit das Springen lehren", sagt die Künstlerin.

Birgit Meurer zog es bereits in ihrer Kindheit zur Kunst, zu Experimenten mit Form und Farbe. Bildmotive gab es ohne digitale Medien und Ablenkung zuhauf in unmittelbarer Umgebung in der Voreifel. Nach der Grundschulzeit besuchte sie das St. Joseph Gymnasium in Rheinbach, wo sich die Liebe zu musischen Fächern verfestigte, das Interesse an alten Sprachen, Literatur und Philosophie als Interessenschwerpunkte hinzutraten. In der Oberstufe bot sich die einmalige Gelegenheit, einen externen Leistungskurs Kunst des Helmholtz Gymnasiums in Bonn zu belegen, der als überregionales Angebot von dem renommierten Künstler, Kunsthistoriker und Kunstdidaktiker Dr. Körner ins Leben gerufen worden war.

Während dieser Zeit fanden erste Ausstellungen statt, wurden Kunstprojekte wie die Gestaltung eines Kunstkalenders für die Bundeshauptstadt Bonn gemeinschaftlich realisiert. Darin wurden von dem Kurs bereits alle Arbeitsbereiche, die Grafik, Malerei, Plastik, Skulptur, der Tiefdrucke auf hohem künstlerischem Niveau angespielt. 1990 legte Birgit Meurer das Abitur sowohl am St. Joseph Gymnasium in Rheinbach als auch am Helmholtz Gymnasium in Bonn ab. Anschließend nahm sie 1990 ein Lehramtsstudium an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn in den Fächern Geografie und Germanistik auf, wechselte dann nach bestandener Aufnahmeprüfung 1992 den Studienort, hinzu trat fortan das Studienfach Kunst ergänzend zur Germanistik. Im Kunstbereich gab es auch Gelegenheiten, an Sammelausstellungen teilnehmen und erste Arbeiten im Tiefdruck, in Aquatinta zu präsentieren. 1997 legte Birgit Meurer ihr erstes Staatsexamen ab. Von 1998 bis 2000 absolvierte sie das Referendariat am Studienseminar in Siegburg, das sie am 11.11.1999 mit dem zweiten Staatsexamen erfolgreich abschloss. Seit dem 1.2.2000 unterrichtete sie die Fächer Kunst und Deutsch zunächst in Nordrhein-Westpalen, ab 2005 in Niedersachsen.

In den letzten fast dreißig Jahren sind unzählige Schulprojekte entstanden, die in Schülerinnen- und Schülerausstellungen gipfelten, welche oft von interdisziplinären Ansätzen geleitet waren. Die Schülerinnen nahmen an Wettbewerben teil, gewannen Preise bei der Filmklappe oder wurden in Beiträgen der renommierten Kunstzeitschriften Kunst und Unterricht des Friedrich Verlages mit ihren Leistungen und Gestaltungen abgebildet und gewürdigt.

Die Öffnung von Schule, Unterricht durchzuführen an externen Unterrichtsorten, ist Birgit Meurer auch ein Herzensanliegen, insbesondere die Museumsdidaktik hat es ihr angetan. Darüber hinaus arbeitete Birgit Meurer als Rezensentin für den Friedrich Verlag und namhafte Kulturwissenschaftlerinnen und Kulturwissenschaftler. Als Autorin übersetzte sie die Bildakttheorie Horst Bredekamps in die Unterrichtspraxis, wies mit Schülerinnen und Schülern der Oberstufe die Bildakttypen am Beispiel eines Bildklassikers der Renaissance nach. 2010 war Birgit Meurer beim Deutschsymposium in Bremen mit einem Beitrag zur Rolle des Comics als Intermediär im Deutschunterricht vertreten, der daraufhin in dem Sammelband Comics und Computerspiele im Deutschunterricht veröffentlicht wurde.

2025 fand im Kunstverein Semikolon in Bonn eine Einzelausstellung auf Empfehlung Dr. Körners statt. Gedichte und Aphorismen treten dabei oft ergänzend oder erläuternd zu den Gestaltungen oder Exponaten zum konkret Bildhaften hinzu. Birgit Meurer spricht sich in ihrer beruflichen und künstlerischen Tätigkeit gegen ideologische Konzepte, Kunsttheorien aus, die einen Weg, Kunststil, eine Attitüde des Kunstschaffens vorgeben. Vielmehr geht es ihr darum, Dinge so gestalterisch abzubilden, dass sie erlebte Wirklichkeit, Natur und Kultur mit ihren Erscheinungsformen und Widersprüchen formal und inhaltlich variationsreich aufzugreifen versuchen. In diesen Zwischenräumen gerät man an eigene Bewusstseinsgrenzen, wird die Begrenztheit menschlicher Auffassungsgabe offensichtlich. „Das menschliche Gehirn arbeitet dabei als Assoziationsmaschine, das bildhafte und abstrakte Denken verknüpft.“

Das GIS unterstützt nicht nur Existenzgründer bei ihren Vorhaben, sondern bietet auch Künstlern aus der Region die Möglichkeit, in dem umgebauten Kasernengebäude bei laufendem Betrieb ihre Werke zu zeigen. Interessierte können sich unter der Telefon Nr. 04141 776-100 an das GIS wenden.