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Von 00:00 bis 24:00 Uhr

Im Umkreis von 100 km


Kunst, Kultur

Vernissage „Anderswelt“

Ort 21682 Stade, Galerie Hahnentor
Adresse Bei der Börne 1
Termine 19.09.2026,
ab 11:00 Uhr
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Die Bilder dieser „Anderswelt“ sind beseelt von der natürlichen Schönheit der Farben und Formen, die sie in der Natur vorfindet und die sie in ihre eigene Bildsprache übersetzt.

Sie präsentiert in dieser Ausstellung eine florale Schönheit, die ersehen und erfahren werden will, die sich nicht herausstellt oder aufdrängt, sondern sich in vielen Bildern durch die schichtbildende Herangehensweise der Künstlerin rätselhaft darbietet. Es liegt eine geheimnisvolle Schönheit in den Pflanzen von Marita Schlicker, denen Altersschichten, Zeitschichten wachsen, die sich Schutzhäute zulegen, eingehülst, abgedeckt und mit einem Deckblatt versehen sind. Es ist die besondere Schichtung in einer Mischtechnik, die Marita Schlicker anwendet, der sie zusammen mit dem Material, das sie verwendet, große Bedeutung zumisst. 

Ihre Leinwände präpariert sie in vielen Bildern mit hauchdünnem Papier, oder legt die Japan- und Seidenpapiere über die aufgebrachten Farben. Die transparenten Papiere, mildern die Farbigkeit einerseits ab, machen sie dadurch jedoch licht und weich. Der geschichtete Aufbau erzeugt Tiefe, ist aber aufgrund seiner Feinheit eher zu spüren als zu sehen. 

Mit der Oberflächenstruktur von Seiden- und Japanpapieren und den Spuren des Kleisterauftrages mit dem Pinsel entstehen „greifbare“ interessante Reliefbildungen und Faltungen, die an das Aderwerk von Blättern erinnern.

Marita Schlickers Formen und Farben der Natur sind auch von den künstlerischen Mikroben- und Pflanzen-Lithographien des Wissenschaftlers und Künstlers Ernst Haeckel inspiriert. Ihre Bilder kann man auch als eine sehr spezielle künstlerische Aufarbeitung dieser „elementaren Bausteine der Natur“ bezeichnen. Ihre Bilder scheinen in den Mikrokosmos hineinzuschauen und das Gesehene ins Überdimensionale zu übersetzen, Formen leben „wie unter dem Mikroskop gesehen“, wie Mikroben in einem transparenten Fluidum. 

Marita Schlicker stammt aus Marburg, lebt aber seit ihrer Kindheit in Norddeutschland. Sie absolvierte in den Jahren von 1981 bis 1983 eine Keramikausbildung bei dem bedeutenden Keramiker-Ehepaar Prof. Fritz und Vera Vehring und setzte anschließend ihre künstlerische Ausbildung mit einem Studium an der Bremer Hochschule für Künste fort. Im Jahre 1992/93 bekam sie das Bremer Stipendium "Kunst im öffentlichen Raum" verliehen. Heute lebt und arbeitet sie in Cuxhaven und Bremen. Bekannt ist sie durch zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen. 

Werke im öffentlichen Besitz befinden sich im Museum Cesis (Riga), Kunstsammlungen der Freien und Hansestadt Bremen, im Hällisch – Fränkisches Museum (Schwäbisch Hall), in der Kunstsammlung des Landkreises Cuxhaven und der Artothek der Stadt Buxtehude.